Hi Christian,
Ich habe auch schon überlegt, was ich tun könnte, wenn ich in eine solche Situation geriete und von den Dortmunder Diensten durch die Rabatten geschickt würde, um Abfälle und Hundescheiße einzusammeln.
Was waere daran so schlimm? Ich sage dir dasselbe wie ich Chraecker gesagt habe: ich halte das fuer reine Aperey. An der Arbeit ist doch nichts schlimmes.
Für mich wäre es schlimm. Ich ziehe sehr viel aus meinen jeweiligen Arbeitskontexten und lasse mich da immer wieder neugierig machen und anregen, etwas Neues zu lernen. Auch erwarte ich von meinem Beruf mehr als ein Einkommen, das gerade so zum Überleben reicht. Natürlich kann ich Scheiße wegmachen, ich habe da in letzter Zeit sogar kräftig geübt, aber wenn sich meine Berufsperspektive durch Zwang dauerhaft auf so etwas verengen würde, wäre ich regelrecht verzweifelt. Es gibt eben in dieser Gesellschaft doch einfach zu viele Menschen, die etwas können und engagiert sind und dennoch keinen sicheren Arbeitsplatz finden.
Vielleicht unterscheiden sich da unsere Auffassungen. Aber Du bist jung, es liegt noch so viel vor Dir, vielleicht bleibt Dir ja auch solch eine Erfahrung erspart, aber ich war schon einmal ein Jahr arbeitslos, als mein Vertrag an der Uni Bochum, schon vom Personalrat genehmigt, wegen Haushaltssperre eingefroren wurde. Damals war das noch eine Arbeitslosigkeit zu komfortablen Konditionen und dennoch war ich ziemlich verzweifelt und habe ein Jahr gebraucht, etwas Neues zu finden. Heute trifft das Leute in der gleichen Situation deutlich härter. Und ich bin weit davon entfernt, das einfach so zu akzeptieren. Dieses ist eines der reichsten Länder der Welt und bietet so vielen Menschen keinen vernünftigen Arbeitsplatz. Ich betrachte das als krasse Fehlentwicklung.
Viele Grüße
Mathias Bigge