Hallo,
Im Gegensatz zu dir bin ich der Meinung, dass kein höherer kognitiver Aufwand entsteht.
Ich lese "Deutsch" → erkenne, dass es sich hier um eine Sprachangabe handeln könnte → assoziiere "deutsche Sprache".
Ich sehe
→ assoziiere "Deutschland" → überlege, wie Deutschland in den Kontext passt → erkenne, dass es sich hier um eine Sprachangabe handeln könnte → überlege, welche Sprache in Deutschland gesprochen wird → assoziiere "deutsche Sprache".
Biste immer noch der Meinung?
Die Zuordnung Flagge zu Sprache und die Erkennung der Flagge als Symbol für eine Sprache ist eine Konvention, und sie funktioniert als Konvention. Der von dir beschriebene Gedankengang findet nur beim ersten Deuten des noch unbekannten Zeichens statt, wenn einem also das erste Mal im WWW eine Flagge als Symbol für Sprache begegnet. Wenn man diese Codierung erst einmal verstanden hat, verläuft das Verstehen des Symbols bei allen künftigen Begegnungen nicht weniger intuitiv ab wie im Fall des sprachlichen Zeichens »Deutsch«.
Wenn es nicht so wäre, wären wir alle beim Surfen vor große Schwierigkeiten gestellt, wenn wir beim Entziffern solcher Symbolik nicht auf Erfahrung zurückgreifen könnten, sondern immer wieder von Neuem interpretieren und rätseln müssten.
Mathias