Hallo Mattes,
Aus meiner Sicht charakterisiert Deine Idee eines positiven Nationalis etwa Untersuchungen zur interkulturellen Kommunikation oder ethnologische Studien, die kommunikative Systeme zueinander in Beziehung setzen als den politisch-historischen Nationalsmus. Vielleicht kannst Du Dir meinen Einwand klarmachen, wenn Du versuchst, nationalistische Parteien und Gruppierungen zu nennen, die historisch nach dem von Dir genannten Muster vorgegangen sind.
Du hast mich, glaube ich, falsch verstanden. Ich habe lediglich behauptet, dass Nationalismus nicht automatisch die Überlegenheit der eigenen Nation propagiert. Beispiele für derartige nationalistische Bewegungen finden sich in den Unabhängigkeitsbewegungen in den europäischen Kolonien nach dem zweiten Weltkrieg.
Meist beruhen nationale Ansätze eher auf Freund-Feind-Schemata, da die Grenzen der Nationen eben nicht mit kulutrellen Grenzen zusammenfallen, sondern solche Grenzen erst politisch konstituieren müssen. Ganz interessant sind aktuell dazu die Überlegungen Harringtons zum "Clash of Civilizations", wo er in die Verlegenheit gerät, bestimmte Kulturen auf nationale Interessen und Ideen zu beziehen.
Es ist nicht nur für Deutschland schwer, kulturelle Komplexe ("nationale Besonderheiten") und Nation zur Deckung zu bringen, häufig entsteht Nation erst durch die bewusste politische und staatliche Konstitution solcher Einheitlichkeit, historisch oft durch Mechanismen wie:
- Bestimmung äußerer und innerer Feinde
- Vernichtung von Elementen, die die Einheit schwierig machen
Die Entstehung der Nationalstaaten wird häufig mit Blut geschrieben, in vielen Ländern mit besonders heftigen Brüchen auch der bloße Erhalt der nationalen Gebilde.
Das habe ich nirgendwo bestritten.
Schöne Grüße,
Johannes
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