Gargamel: Webdesign in der Zukunft

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Hallo,

  1. das ist recht unterschiedlich. Schüler und Studenten, die im Nebenberuf als Webdesigner arbeiten, ziehen die untere Grenze der Preise weiter nach unten, professionelle Webdesigner mit hervorragenden Fähigkeiten in Grafik, Layout und Programmierung können durchaus mit 50.000 € jährlich rechnen. Auf dem Webjournal "A List Apart" findet jedes Jahr eine Umfrage statt, die auch zu diesem Punkt Informationen liefert.

"Professionelle Webdesigner" gibts überhaupt nicht. Der Begriff "Webdesigner" ist ein sicherer Beweis dafür, dass man es mit einem Amateur zu tun hat. Dazu passt auch "mit hervorragenden Fähigkeiten in Grafik, Layout und Programmierung". Kein Mensch hat hervorragende Fähigkeiten in beiden Bereichen (Grafik und Layout gehören ja zusammen). Das ist eher die Kategorie "ich kann alles aber nix richtig". 50.000 Öcken pro Jahr sind für nen Senior Art Director (oder "leitenden Mediendesigner") sehr realistisch - in großen Agenturen gibts noch deutlich mehr. Als Entwickler ist es m.E. sogar noch einfacher in diese Gehaltsregionen vorzustoßen, da hier Fachleute momentan etwas seltener sind als im Design-Sektor.

Wenn es ums Geld verdienen geht, muss man erst mal wissen, ob man die Agenturlaufbahn einschlagen will oder sich lieber in der Selbständigkeit versuchen möchte. Beides hat so seine Vor- und Nachteile. Allerdings kenne ich recht wenige, die auf selbständiger Basis mehr als 50.000 im Jahr machen. Viele schlagen sich mit irgend welchem Kleinkram durchs Leben (Vereinshomepages, Nagelstudius etc.). Aber mit 20-30 Euro pro Stunde kommste halt auf keinen gründen Zweig. Kenne zwar auch einige, die deutlich mehr verdienen, aber auch nur deshalb, weil sie zuvor mehrjährige Erfahrungen in Top-Agenturen gemacht haben und deshalb Stundensätze jenseits der 80 Euro nehmen können. Agenturen sind zudem für die Netzwerkbildung ne extrem nützliche Sache. Ich würde daher jedem empfehlen, zumindest mal für ein paar Jahre ne gescheite Agentur aufzusuchen. Dem Geldbeutel wirds auf Dauer gut tun.

Bevor hier die Protestnoten eingereicht werden: ich hab sehr viel übrig für semi-professionelles "Webdesign". Ich hab schon häufig 2000-Euro-Seiten gesehen, die manch 6-stelliges Modell locker in den Schatten stellen. Allein die betuchte Kundschaft ist dafür in der Regel wenig empfänglich. ;-)

Gruß
Gargamel