Gunther: heise: "Mozilla und der Preis der Unabhängigkeit" - bald Werbung

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Hi!

... bald Werbung im "FF":

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Mozilla-und-der-Preis-der-Unabhaengigkeit-2117760.html?wt_mc=sm.feed.tw.ho

Kommt mir fast so vor, wie das "letzte Aufbäumen" eines sterbenden Elefanten.
Und ich bin davon überzeugt, dass dies garantiert der falsche Weg ist.

Für mich wäre das eher ein Grund, FF dann endgültig den Rücken zu kehren.

Und das sage ich als langjähriger FF Verwender, der auch im gesamten Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis allen (bisher) immer diesen Browser empfohlen hat.

Aber imho ist Mozilla durch eine verfehlte "Unternehmenspolitik" selbst an der Misere schuld.

Anstatt sich auf die wirkliche Kernkompetenz, sprich den Browser, zu konzentrieren, hat man in den letzten Jahren auf so Dinge gestürzt wie Firefox OS. Mal ehrlich - wer braucht noch ein neues OS für mobile Geräte!?

Dass so etwas auch nur funktioniert, wenn man die entsprechende Hardware "im Rücken" hat, hat uns Microsoft ja anschaulich demonstriert. Die haben dafür mal eben Nokia gekauft. Wen sollte Mozilla, und vor allem wovon kaufen!?

Gleichzeitig hat man den Zug bei der mobile Version des Browsers verpasst - wie kann so etwas passieren!?

Mit anderen Worten, auf _dem_Zukunftsmarkt schlechthin spielt man schon jetzt keine Rolle mehr, und ich sehe auch nicht, wie sich das ändern sollte. Nur eines steht fest, mit (Zwangs)Werbung jedenfalls nicht.

Ich bin auch davon überzeugt, dass für die Marktanteile und das "Image" eines Browsers in erster Linie das "Fachpublikum", sprich Entwickler und Autoren von Webseiten/ -applikationen verantwortlich sind. Denn diese "beeinflussen" maßgeblich das Verhalten von "Otto-Normalanwendern".

Und auch hier fällt Firefox seit geruamer Zeit eher negativ auf.
So werden teils uralte Bugs nicht, oder nur sehr gemächlich gefixt. Neue CSS Features nur langsam und/ oder unvollständig implementiert.

Ebenso der seit langem kritisierte "Resourcenhunger" ist (nahezu) unverändert. Dabei hat Chrome es ja vorgemacht, wie es auch gehen könnte (für jeden Tab einen eigenen Prozess).

Auch bei den Entwicklertools hat Chrome stark aufgeholt. So ist das von vielen verwendete Addon Firebug mittlerweile imho sogar schlechter, speziell was Pseudo-Elemente (z.B. ::before und ::after) anbelangt.

Unabhängigkeit alleine ist kein überzeugendes Argument. Anwender interessiert in erster Linie die "Leistung" des Produkts. Und genau hierauf sollte sich Mozilla (wieder) konzentrieren. Dann wäre ich auch gerne bereit, für die Erhaltung der Unabhängigkeit einen finanziellen Beitrag in Form einer Spende zu leisten.

Einen "Zwangsbeitrag" zur Unterstützung solcher "Spielereien" wie die Entwicklung eines eigenen Mobile OS lehne ich hingegen ab!

Gruß Gunther