Hallo Martin
Nach deiner Deutung wäre also so ziemlich alles, was auf einen Menschen einwirkt, auch Erziehung (das führt den Begriff des Erziehungsberechtigten ad absurdum, findest du nicht?).
Ich sehe alles, was dazu führt, dass sich ein Kind zu einer bestimmten Persönlichkeit entwickelt als Erziehung an.
So gesehen ist der Begriff Erziehungsberechtigter wohl auch nicht wirklich passend. Er stammt wohl auch aus einer Zeit, wo Erziehung mit der Benutzung eines Rohrstocks gleichgesetzt wurde.
Entscheidend ist nun, von wem ein Kind sich etwas sagen lässt und von wem eher nicht. Ich würde auf jeden Fall darauf hinwirken, dass es sich von einem dahergelaufenen Hampelmann nicht alles bieten lässt, nur weil der im Klassenzimmer auf der anderen Seite des Pults steht.
Dies wirkt auf mich so, dass du der Meinung bist, Lehrer wären prinzipiell irgendwelche Hampelmänner, die gefälligst nichts zu melden haben, und du würdest dies auch deinem Kind so vermitteln.
Welcher Lehrer soll dann auch nur die kleinste Chance haben, vernünftig mit den Kindern zu arbeiten.
Wie, es reicht, wenn sie Fachidioten sind?
Ja.
Dann bräuchten wir überhaupt keine Lehrer. Lehrbuchvorleser reichen doch vollkommen.
Im Wesentlichen ja. Wenn sich die Schüler aufführen wie die Hottentotten, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Das stimmt nicht immer!
Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern. Die Klasse, in die ich ging, war die beste in der Jahrgangsstufe (waren auch nur drei).
Es gab Lehrer, bei denen lernten auch die etwas, die sich für das Fachgebiet eigentlich überhaupt nicht interessierten, es war relativ ruhig in der Klasse, ohne dass Ermahnungen überhaupt notwendig waren.
Dann gab es Lehrer, die nicht in der Lage waren, ihren Stoff zu vermitteln, angeblich, weil die schlechte Disziplin in der Klasse dies verhinderte. Seltsam allerdings, dass es bei dem nächsten Lehrer in der selben Klasse im selben Fach keinerlei Probleme gab.
Dann ist schon in den ersten Lebensjahren, die ich im Hinblick auf die Erziehung (Definition siehe oben) für die wichtigsten und entscheidenden halte, grundsätzlich etwas schiefgelaufen.
In den ersten Lebensjahren besteht Erziehung also überwiegend aus „Anleiten, Urteilen und Zurechtweisen”?
(Hallo, die Erziehung der Kinder ist schiefgelaufen, weil sie als Säugling nicht oft genug zurechtgewisen wurden?)
Erziehung besteht ganz besonders in den ersten Lebensjahren viel mehr in der Vorbildwirkung, Zuwendung usw.?
Der Versuch eines Lehrers, in dem Stadium noch etwas zurechtzubiegen,
Deshalb sollte ein Lehrer natürlich total desinteressiert an den Kindern seinen Stoff einfach runterleiern.
vor allem dann, wenn er mit Zwang als Mittel geführt wird. Denn das ezeugt vor allem eins: Opposition.
Wieso Zwang?
Ich schreibe von der Fähigkeit, Interesse zu wecken, akzeptiert zu werden und Vorbild zu sein.
Stimmt. Stattdessen werden sie gezwungen, sich zusammen mit anderen den Hintern breitzusitzen und sich zu langweilen. Dadurch sind sie unzufrieden, reizbar, bockig.
Also sollten wir die Schule generell abschaffen, statt zu überlegen, wie sie sinnvoller sein könnte?
Die Lehrer nach deiner Definition, was oder wie ein Lehrer sein sollte, nützen ja weder den Kindern, die sich für einen Stoff interessieren, noch denen, die es nicht tun.
Mag sein. Aber die typische und vermutlich häufigste.
Und deshalb soll komplett weggesehen und nicht überlegt werden, wie sinnvoll darauf reagiert werden könnte?
Auf Wiederlesen
Detlef
- Wissen ist gut
- Können ist besser
- aber das Beste und Interessanteste ist der Weg dahin!